Apple hat angekündigt, seine wichtigsten KI-Funktionen, darunter Apple Intelligence, iPhone Mirroring und die verbesserte SharePlay-Bildschirmfreigabe, dieses Jahr nicht für Nutzer in der Europäischen Union freizugeben. Als Hauptgrund für die Verzögerung nennt das Unternehmen erhebliche regulatorische Unsicherheiten aufgrund des EU-Digital Markets Act (DMA).
Die am Freitag bekannt gegebene Entscheidung bedeutet, dass Millionen von Nutzern in den 27 EU-Mitgliedsstaaten keinen Zugriff auf die neuen Funktionen haben werden, wenn iOS 18, iPadOS 18 und macOS Sequoia im Herbst auf den Markt kommen. Diese Funktionen standen im Mittelpunkt der jüngsten Worldwide Developers Conference (WWDC) von Apple und wurden als wichtiger Schritt zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und Intuition der Geräte gepriesen.
Apple äußerte in einer Stellungnahme Bedenken, dass die Interoperabilitätsanforderungen des DMA das Unternehmen zu Kompromissen bei der Produktintegrität zwingen könnten, die die Privatsphäre und Datensicherheit der Nutzer gefährden. Der DMA verpflichtet sogenannte „Gatekeeper“-Unternehmen wie Apple, ihre Dienste und Plattformen für Entwickler und Dienste von Drittanbietern zu öffnen. Apple argumentiert, dass die Erfüllung dieser Verpflichtungen für die neuen KI-Funktionen, die tief in das Betriebssystem integriert sind, derzeit nicht ohne Sicherheitslücken möglich sei.
„Wir befürchten, dass die Interoperabilitätsanforderungen des DMA uns dazu zwingen könnten, die Integrität unserer Produkte auf eine Weise zu kompromittieren, die die Privatsphäre und Datensicherheit der Nutzer gefährdet“, erklärte ein Apple-Sprecher. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft, mit der Europäischen Kommission zusammenzuarbeiten, um eine Lösung zu finden, nannte jedoch keinen Zeitplan für eine mögliche Einführung in der EU.
Dieser Schritt verdeutlicht die zunehmenden Spannungen zwischen großen Technologieunternehmen und Regulierungsbehörden. Während der DMA einen wettbewerbsfähigeren digitalen Markt fördern soll, stellt seine Umsetzung Unternehmen mit eng integrierten Hard- und Software-Ökosystemen vor komplexe Herausforderungen. Europäische Kunden müssen vorerst auf die nächste Generation von Apples KI-gestützter Benutzererfahrung warten.


