Amazon entwickelt Berichten zufolge einen leistungsstarken neuen KI-Chatbot mit dem Codenamen „Metis“, um die Dominanz von OpenAIs ChatGPT und Googles Gemini herauszufordern. Internen Dokumenten und mit der Angelegenheit vertrauten Quellen zufolge hat das Projekt für das Unternehmen höchste Priorität und steht unter der direkten Aufsicht von CEO Andy Jassy.
Der Metis-Chatbot soll auf einer fortschrittlichen, noch unveröffentlichten Version von Amazons internem Großsprachenmodell „Olympus“ basieren. Dieser neue KI-Assistent soll anspruchsvolle, agentenähnliche Funktionen bieten und über einfache Frage-und-Antwort-Interaktionen hinausgehen. Zu den Funktionen gehören die Bereitstellung aktueller Informationen durch Retrieval-Augmented Generation (RAG), das Teilen von Links zu Quellen, das Vorschlagen von Folgefragen und die Durchführung komplexer Aufgaben wie Flugbuchungen oder die Erstellung von Reiseplänen.
Diese Initiative stellt eine deutliche Steigerung von Amazons KI-Ambitionen für den Verbraucher dar. Während die Cloud-Abteilung des Unternehmens, Amazon Web Services (AWS), die grundlegende Infrastruktur für viele KI-Unternehmen bereitstellt, hatte die primäre Verbraucher-KI Alexa Schwierigkeiten, mit den rasanten Fortschritten in der generativen KI Schritt zu halten. Metis ist als Nachfolger der zugrunde liegenden Technologie von Alexa der nächsten Generation positioniert und soll den Sprachassistenten gesprächiger, intelligenter und nützlicher machen.
Die Entwicklung von Metis signalisiert, dass Amazon im Rennen um generative KI nicht den Anschluss verlieren will. Microsoft investiert massiv in OpenAI und Google verbreitet seine Gemini-Modelle in seinem gesamten Produkt-Ökosystem. Amazon unternimmt also einen wichtigen Schritt, um einen Anteil am Markt für Consumer-KI zu erobern. Obwohl noch kein offizieller Veröffentlichungstermin bekannt gegeben wurde, deutet die hochrangige Aufsicht des Projekts darauf hin, dass das Unternehmen dringend ein wettbewerbsfähiges Produkt liefern und seine Präsenz im Zeitalter der KI-Assistenten neu definieren muss.


