Die US-Regierung hat den Verkauf und die Nutzung von Software des russischen Cybersicherheitsriesen Kaspersky Lab verboten und begründet dies mit kritischen Risiken für die nationale Sicherheit. Das US-Handelsministerium gab die Entscheidung bekannt. Ab dem 20. Juli 2024 ist dem Unternehmen der Verkauf seiner beliebten Antivirensoftware an amerikanische Verbraucher und Unternehmen untersagt.
Damit nutzt die Regierung erstmals neue Vollmachten der Trump-Administration, die später von der Biden-Administration übernommen wurden, um einen Software-Transaktionsvorgang aus diesen Gründen zu verbieten. US-Handelsministerin Gina Raimondo erklärte, Russland habe die Fähigkeit und Absicht bewiesen, Unternehmen wie Kaspersky zu missbrauchen, um „persönliche Daten von Amerikanern zu sammeln und als Waffe einzusetzen“. Kern der Sorge ist, dass die Software von Kaspersky tiefen Zugriff auf die Computersysteme erfordert. Dies könnte es der russischen Regierung ermöglichen, sensible Daten von amerikanischen Computern zu stehlen, Schadsoftware zu installieren oder kritische Sicherheitsupdates zurückzuhalten, wodurch eine erhebliche Bedrohung entsteht.
Das Verbot geht über Neuverkäufe hinaus. Ab dem 29. September 2024 darf Kaspersky in den USA keine Software-Updates mehr an bestehende Kunden ausliefern. Dadurch wird die Software obsolet und potenziell angreifbar, was Millionen von Privatpersonen und Unternehmen dazu zwingt, auf alternative Cybersicherheitslösungen umzusteigen. Das Bureau of Industry and Security (BIS) des US-Handelsministeriums wird drei Kaspersky-Unternehmen wegen ihrer angeblichen Zusammenarbeit mit russischen Militär- und Geheimdienstbehörden auf seine „Entity List“ setzen.
Kaspersky hat jegliche Verbindungen zur russischen Regierung stets bestritten und erklärt, ein privat geführtes Unternehmen ohne politische Zugehörigkeit zu sein. Das Unternehmen hatte zuvor angeboten, seinen Quellcode für eine unabhängige Überprüfung zur Verfügung zu stellen, um Vertrauen aufzubauen. Als Reaktion auf das Verbot erklärte Kaspersky, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Entscheidung anzufechten. Die Entscheidung beruhe auf dem aktuellen geopolitischen Klima und nicht auf einer umfassenden Bewertung der Integrität seiner Produkte.


