Das US-Justizministerium (DOJ) hat im Auftrag der Federal Trade Commission (FTC) Klage gegen Adobe Inc. eingereicht. Der Softwareriese täuscht Verbraucher, indem er hohe Kündigungsgebühren verbirgt und den Kündigungsprozess für Abonnements übermäßig kompliziert gestaltet. Die Klage, die bei einem kalifornischen Bundesgericht eingereicht wurde, richtet sich gegen Adobes beliebtes Jahresabonnement mit monatlicher Zahlung, das die Standardoption für die weit verbreitete Creative Cloud-Produktsuite mit Produkten wie Photoshop und Illustrator ist.
Der Klage zufolge drängt Adobe Verbraucher zu diesem Tarif, ohne ausreichend darüber zu informieren, dass bei einer Kündigung vor Jahresende eine Kündigungsgebühr in Höhe von 501 TP3T des verbleibenden Vertragsbetrags anfallen kann. Diese wichtigen Informationen, so argumentiert die Regierung, seien im Kleingedruckten oder hinter optionalen Tooltips und Hyperlinks versteckt und verstießen damit gegen das Verbraucherschutzgesetz. In der Klage werden außerdem zwei leitende Adobe-Manager, Maninder Sawhney, Senior Vice President of Digital Go-To-Market & Sales, und David Wadhwani, President of Digital Media Business, als Angeklagte genannt.
Die FTC behauptet, Adobes Kündigungsprozess sei ein „verworrenes und schwieriges Labyrinth“ aus Webseiten und Chat-Sitzungen, das darauf abzielt, Kunden von der Kündigung ihrer Abonnements abzuhalten. „Adobe hat Kunden durch versteckte Kündigungsgebühren und zahlreiche Kündigungshürden in einjährige Abonnements gelockt“, sagte Samuel Levine, Direktor des Verbraucherschutzbüros der FTC. „Die Amerikaner haben es satt, dass Unternehmen bei der Anmeldung ihre Abos verschleiern und ihnen dann bei der Kündigung Steine in den Weg legen.“
Die Klage zielt auf Geldstrafen gegen Adobe und eine gerichtliche Verfügung ab, die dem Unternehmen die Fortsetzung dieser mutmaßlich illegalen Praktiken untersagt. Die Klage ist Teil eines umfassenderen regulatorischen Vorgehens gegen „Dark Patterns“ und Abonnementmodelle, die zwar leicht zu abonnieren, aber bekanntermaßen schwer wieder zu beenden sind. Dies spiegelt die zunehmende Kritik an digitalen Geschäftspraktiken wider.


