Elon Musks Neurotechnologie-Unternehmen Neuralink hat von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) die Genehmigung für die Implantation eines zweiten menschlichen Gehirnchips erhalten. Die Genehmigung erfolgte, nachdem das Unternehmen ein technisches Problem identifiziert und eine Lösung vorgeschlagen hatte, das bei seinem ersten Studienteilnehmer, Noland Arbaugh, auftrat.
Anfang des Jahres konnte der 29-jährige Tetraplegiker Arbaugh nach der Implantation erfolgreich einen Computercursor mit seinen Gedanken steuern. Einige Wochen nach der Operation zogen sich jedoch einige der ultradünnen Fäden des Geräts, die im Hirngewebe eingebettet sind, zurück, was die Datenerfassungsfähigkeiten des Geräts einschränkte. Dies verringerte die Wirksamkeit des Implantats bei der Übersetzung neuronaler Signale in digitale Befehle.
Neuralink entwickelte daraufhin eine Software, die die Empfindlichkeit des Algorithmus verbesserte und die Leistung des Geräts wiederherstellte. Für den für Juni geplanten zweiten Eingriff plant das Unternehmen die Implementierung einer robusteren Hardwarelösung. Das neue Operationsprotokoll sieht vor, die Fäden des Geräts acht Millimeter tiefer in den Motorkortex des Gehirns einzubetten (anfänglich drei bis fünf Millimeter). Das Unternehmen geht davon aus, dass dies ein künftiges Lösen der Fäden verhindern wird.
Diese schnelle Entwicklung – Problemerkennung, Lösungsentwicklung und behördliche Genehmigung für den nächsten Schritt – ist ein bedeutender Meilenstein für Neuralink. Sie zeigt die Fähigkeit des Unternehmens, im hochkomplexen und regulierten Bereich der Gehirn-Computer-Schnittstellen (BCIs) schnell zu reagieren. Die Fortschritte der PRIME-Studie (Precise Robotically Implanted Brain-Computer Interface) werden aufmerksam beobachtet, da sie einen möglichen Durchbruch für Millionen von Menschen mit Lähmungen darstellt. Das ultimative Ziel ist die Wiederherstellung motorischer Funktionen und die Ermöglichung der Kontrolle digitaler Technologien allein durch Gedanken. Vorbehaltlich weiterer erfolgreicher Studien will das Unternehmen bis Ende dieses Jahres zehn Menschen mit Implantaten versorgen.


