TikTok testet KI-Avatare, mit denen Benutzer digitale Doppelgänger aus Fotos erstellen können

TikTok von ByteDance testet Berichten zufolge eine neue generative KI-Funktion, mit der Nutzer digitale Avatare aus ihren eigenen Fotos erstellen können. Die Funktion, die im Code der App entdeckt wurde und nun offenbar für einige Nutzer verfügbar ist, stellt einen bedeutenden Schritt des Social-Media-Riesen dar, die Erstellung personalisierter KI-Inhalte direkt in seine Plattform zu integrieren.

Berichten zufolge fordert das Tool Nutzer auf, drei bis zehn Fotos von sich hochzuladen. Nach der Verarbeitung generiert die KI mehrere digitale Versionen des Nutzers in verschiedenen künstlerischen Stilen. Nutzer können dann ihre bevorzugten Avatare auswählen, um sie als Profilbilder oder in TikTok-Videos zu verwenden. Die Funktion wird als neues Werkzeug zur Selbstdarstellung positioniert und ermöglicht es Kreativen, eine einzigartige digitale Persönlichkeit zu erschaffen, die über Standardfilter hinausgeht.

Diese Entwicklung bringt TikTok in direkte Konkurrenz zu ähnlichen Angeboten von Meta und Snap, die beide stark in KI-gesteuerte Avatare und Personalisierungstools investiert haben. Sie baut zudem auf TikToks umfassenderer KI-Strategie auf, zu der auch die KI-Suite „Symphony“ für Werbetreibende gehört. Dies zeigt die klare Absicht, künstliche Intelligenz sowohl in seinen verbraucherorientierten als auch in seinen Geschäftsprodukten einzusetzen.

Die Funktion wirft jedoch sofort Fragen zum Datenschutz und zur Datennutzung auf. Es ist noch unklar, wie ByteDance die hochgeladenen Nutzerfotos oder die daraus resultierenden KI-generierten Bilder speichern wird. Es bestehen weiterhin Bedenken, ob diese biometrischen Daten zum Trainieren der zukünftigen KI-Modelle des Unternehmens verwendet werden könnten – ein Streitpunkt bei vielen generativen KI-Tools. Angesichts der intensiven behördlichen Kontrolle, der TikTok weltweit bereits hinsichtlich seiner Datenverarbeitungspraktiken ausgesetzt ist, wird die Einführung einer derart datenintensiven Funktion sowohl von Datenschützern als auch von Regierungsbehörden aufmerksam beobachtet werden.

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