OpenAI gab bekannt, dass die Einführung des mit Spannung erwarteten erweiterten Sprachmodus für ChatGPT verschoben wird. Diese Funktion soll anspruchsvolle Echtzeit-Gespräche mit der KI ermöglichen. Das Unternehmen begründete dies mit der Notwendigkeit weiterer Verbesserungen bei Sicherheit und Zuverlässigkeit und verschob die erste Alpha-Version für Plus-Abonnenten vom ursprünglichen Termin Ende Juni auf den Herbst.
Der neue Sprachmodus, der im Mai erstmals vorgestellt wurde, stellt einen deutlichen Fortschritt gegenüber der bestehenden Sprachfunktion dar. Er ist darauf ausgelegt, emotionale Signale der Nutzer zu verstehen und darauf zu reagieren, den Tonfall zu interpretieren und mit Unterbrechungen umzugehen, wodurch ein natürlicheres und flüssigeres Gesprächserlebnis entsteht. Bei der ersten Präsentation demonstrierte die Technologie ihre Fähigkeit zu singen, Witze zu erzählen und ihre Antworten an die wahrgenommene Gefühlslage des Nutzers anzupassen. Die Gewährleistung der Sicherheit und Zuverlässigkeit dieser Funktion im großen Maßstab erwies sich jedoch als große Herausforderung.
OpenAI erklärte in einer Erklärung, man arbeite daran, „die Fähigkeit des Modells zu verbessern, bestimmte Inhalte zu erkennen und abzulehnen“ und das allgemeine Benutzererlebnis zu verbessern. Die Verzögerung gibt dem Unternehmen zudem mehr Zeit, seine Infrastruktur auf den gleichzeitigen Zugriff von Millionen von Nutzern vorzubereiten und gleichzeitig Echtzeit-Reaktionen zu gewährleisten.
Dieser vorsichtige Ansatz folgt auf eine Phase intensiver Prüfung der KI-Branche hinsichtlich Produktsicherheit und ethischem Einsatz. OpenAI selbst war wegen einer seiner früheren KI-Stimmen mit dem Codenamen „Sky“ in Kontroversen verwickelt, die wegen ihrer Ähnlichkeit mit Scarlett Johanssons KI-Charakter im Film *Her* kritisiert wurde. Ebenso hat Microsoft kürzlich seine „Recall“-Funktion aufgrund erheblicher Sicherheits- und Datenschutzbedenken zurückgezogen. Mit der Verzögerung des Sprachmodus scheint OpenAI einen stärkeren Schwerpunkt auf präventive Sicherheitsmaßnahmen zu legen, bevor leistungsstarke neue Funktionen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Unternehmen bestätigte, dass sich weitere neue Funktionen, darunter erweiterte Video- und Bildschirmfreigabefunktionen, ebenfalls noch in der Entwicklung befinden.


