Die Europäische Kommission hat ihre erste formelle Untersuchung im Rahmen des neuen Digital Markets Act (DMA) eingeleitet. Sie richtet sich gegen Apple wegen seiner umstrittenen App-Store-Regeln und Entwicklergebühren. Die am Montag angekündigte Untersuchung soll prüfen, ob der Tech-Gigant App-Entwickler ungerechtfertigt daran hindert, Nutzern günstigere Kaufoptionen außerhalb seines Ökosystems zu vermitteln.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die „Anti-Steering“-Bestimmungen des DMA, die Verbrauchern mehr Auswahl und Entwicklern mehr Freiheit geben sollen. Die EU-Exekutive äußerte Bedenken, dass Apples neue Geschäftsbedingungen, die zur Einhaltung des Gesetzes eingeführt wurden, letztlich dessen Zweck verfehlen könnten. Obwohl Apple Entwicklern nun technisch erlaubt, auf externe Websites zu verlinken, behauptet die Kommission, dass die damit verbundenen Gebühren und komplexen Bedingungen weiterhin erhebliche Hindernisse darstellen.
Die Regulierungsbehörden werden insbesondere Apples „Core Technology Fee“ prüfen, eine Gebühr, die Entwicklern für jede App-Installation auferlegt wird, selbst wenn die App über alternative Marktplätze vertrieben wird. Die Kommission erklärte, diese Maßnahmen „reichen nicht aus, um die wirksame Einhaltung der Verpflichtungen von Apple im Rahmen des DMA sicherzustellen“.
Diese Untersuchung markiert eine deutliche Verschärfung der Bemühungen der EU, die Macht der großen Technologieunternehmen einzudämmen. Als ausgewiesener „Gatekeeper“ im Rahmen des DMA drohen Apple bei Verstößen gegen die Regeln empfindliche Strafen, darunter Geldbußen von bis zu 101 TP3B seines weltweiten Jahresumsatzes. Der Ausgang dieses Falls könnte einen entscheidenden Präzedenzfall dafür schaffen, wie andere große Technologieplattformen, die ebenfalls in den Zuständigkeitsbereich des DMA fallen, ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um einen wettbewerbsfähigeren digitalen Markt in Europa zu fördern. Die Kommission hat sich eine Frist von zwölf Monaten gesetzt, um die Untersuchung abzuschließen.


