EU leitet formelle Untersuchung gegen AliExpress wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Digital Services Act ein

Die Europäische Kommission hat ihre Regulierungsaufsicht über globale Technologieplattformen intensiviert und eine formelle Untersuchung des chinesischen E-Commerce-Marktplatzes AliExpress eingeleitet. Die Untersuchung soll prüfen, ob das zu Alibaba gehörende Unternehmen gegen den Digital Services Act (DSA) verstoßen hat, ein wegweisendes EU-Gesetz zum Schutz von Verbrauchern vor illegalen Waren, Inhalten und Dienstleistungen im Internet.

Diese Maßnahme ist einer der bedeutendsten Durchsetzungsschritte im Rahmen des DSA seit dessen Inkrafttreten. Die Bedenken der Kommission sind weitreichend und konzentrieren sich auf AliExpresss Management und die Minderung systemischer Risiken. Die Beamten werden die Maßnahmen der Plattform zur Verhinderung der Verbreitung von gefälschten Waren, gefälschten Medikamenten und anderen illegalen Produkten prüfen. Die Untersuchung umfasst auch mögliche Mängel bei der Inhaltsmoderation, der Transparenz der Empfehlungsalgorithmen und der Einhaltung der Vorschriften zur Rückverfolgbarkeit der Händler auf der Plattform.

In einer Erklärung äußerte die Kommission Bedenken, dass die aktuellen Strategien von AliExpress nicht ausreichen, um die Verbreitung illegaler Materialien wirksam zu bekämpfen und die Verbraucher zu schützen. Der DSA schreibt vor, dass sehr große Online-Plattformen (VLOPs) – eine Bezeichnung, die AliExpress im April 2023 erhielt – strenge Risikobewertungen durchführen und robuste Moderationssysteme implementieren müssen.

Sollte AliExpress gegen den DSA verstoßen, drohen dem Unternehmen empfindliche Strafen, darunter Geldbußen von bis zu 61 TP3B seines weltweiten Jahresumsatzes. Diese Untersuchung unterstreicht das Engagement der EU, alle großen digitalen Akteure unabhängig von ihrem Herkunftsland zur Verantwortung zu ziehen. Sie folgt ähnlichen Untersuchungen von Plattformen wie TikTok und X (ehemals Twitter) und läutet eine neue Ära strenger digitaler Regulierung in der gesamten EU ein, die Nutzersicherheit und Marktfairness in den Vordergrund stellt. Der Ausgang dieses Falls wird einen entscheidenden Präzedenzfall dafür schaffen, wie E-Commerce-Plattformen innerhalb der Europäischen Union agieren müssen.

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