ByteDance lehnt den Verkauf von TikTok ab und kündigt an, das US-Gesetz zur Desinvestition oder zum Verbot vor Gericht zu bekämpfen

ByteDance, die chinesische Muttergesellschaft von TikTok, hat offiziell bestätigt, dass sie nicht beabsichtigt, die beliebte Kurzvideo-App zu verkaufen. Damit bereitet sie den Boden für eine bahnbrechende juristische Auseinandersetzung mit der US-Regierung. Die Erklärung, die auf dem offiziellen Toutiao-Konto des Unternehmens veröffentlicht wurde, widerlegt Spekulationen, dass das Unternehmen nach der Verabschiedung eines neuen amerikanischen Gesetzes einen Käufer für TikToks US-Geschäft suchte.

Das Gesetz mit dem offiziellen Titel „Protecting Americans from Foreign Adversary Controlled Applications Act“ gibt ByteDance etwa neun Monate Zeit, seine Anteile an den US-Vermögenswerten von TikTok zu veräußern, andernfalls droht ihm ein vollständiges Verbot der App im Land. Der Gesetzesentwurf basiert auf parteiübergreifenden Bedenken Washingtons hinsichtlich der nationalen Sicherheit. Die Abgeordneten befürchten, dass die chinesische Regierung ByteDance zur Herausgabe der Daten seiner 170 Millionen amerikanischen Nutzer zwingen oder die von ihnen angezeigten Inhalte manipulieren könnte.

ByteDance stellte in seiner Erklärung klar, dass man zwar Szenarien für die Zukunft seines US-Geschäfts geprüft habe, ein Verkauf aber nicht zur Debatte stehe. Das Unternehmen hat Vorwürfe des Datenaustauschs mit der chinesischen Regierung stets zurückgewiesen und argumentiert, das Gesetz zur Desinvestition oder zum Verbot sei verfassungswidrig und verletze die Meinungsfreiheit.

Im Mittelpunkt des Streits steht der leistungsstarke Empfehlungsalgorithmus von TikTok, den ByteDance als Kronjuwel seines geistigen Eigentums betrachtet und von dem es sich nicht trennen möchte. Jeder Verkauf ohne diesen Algorithmus würde die US-Version von TikTok zu einem Schatten ihrer selbst machen und sie für potenzielle Käufer unattraktiv machen.

Da ein Verkauf endgültig vom Tisch ist, konzentriert ByteDance seine Bemühungen nun auf eine Klage gegen das US-Gesetz. Dieser Schritt markiert den Beginn eines voraussichtlich langwierigen und risikoreichen Rechtsstreits, dessen Ausgang die digitale Landschaft verändern und die Regulierung ausländischer Technologieplattformen durch die US-Regierung neu definieren könnte.

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